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Mag. Simon Steyrl, Brau Union

Brau Union: der Markt pendelt sich ein

Auch Bier-Marktführer Brau Union musste aufgrund der wirtschaftlichen Lage Einbußen entgegennehmen. Der Markt beruhigt sich wieder, so Mag. Simon Steyrl, verantwortlich für den Lebensmittelhandel.

Österreichs Biermarkt wird aktuell gebeutelt: die Dosen erleben aufgrund des Einweg-Pfandes einen Rückgang von -22,5% im letzten Jahr; junge Leute trinken immer weniger Alkohol und über alle Generationen hinweg spart man beim Ausgehen auch ein – meist bei den Getränken. Die gute Nachricht: Die 0,5 Liter Mehrweg-Flaschen wurden 2025 um 5,8% mehr verkauft, während das gesamte Mehrweg Segment um 4,3 % gewachsen ist.
In diesem Markt bewegt sich der Category Leader Brau Union mit aktuell sechs großen und sechs kleineren Brauereien, die je nach Zielgruppe perfekt eingesetzt werden. Gösser – als nationale Marke – ist nach wie vor die stärkste Biermarke Österreichs, gefolgt vom Lokalmatador Puntigamer. Die Überraschung für preisbewusste Shopper erfolgte 2025: Schwechater in der Kiste wurde als Economy-Angebot national gelistet und erfreut sich einer starken Abnahme.

Simon Steyrl ist bei der Brau Union seit vielen Jahren für den Lebensmittelhandel verantwortlich. Er darf sich – trotz eines Gesamtrückganges – auch über Marktanteils-Gewinne freuen. „Mit unserer 6+6-Strategie haben wir für jeden Bier-Fan etwas dabei. Die Brau Union verfolgt im Lebensmittelhandel Strategien gegen Absatzrückgänge durch Innovationen und auch den Ausbau alkoholfreier Biere“.

Innovationen in Gebinden und Rezepturen

Womit wir auch mitten im Thema „Trends am Biermarkt“ wären: Alkoholfreie Varianten und auch Produkte in neuen Gebinden halten den Bierabsatz der Brau Union-Marken fit. „Mittelfristig wollen wir alkoholfreie Varianten ausbauen, denn der Markt wächst. Liegt er jetzt noch bei 4% des Biermarktes, so wird ein 10%iger Marktanteil am Gesamtmarkt erwartet. Und da wollen wir – und tun es bereits – voll mitspielen“, so Steyrl. „AF-Biere sind ein wenig wie Veggie: zuerst ein zartes Pflänzchen und dann ein beachtlicher Markt“, sagt der Manager.

Mit der Entalkoholisierungsanlage in Wieselburg hat die Brau Union einen echten Gamechanger geschaffen, der sich nicht nur mit Flaschen-, sondern demnächst auch Schankbier erfolgreich beschäftigt. Mit dem jüngst gelaunchten Desperados Virgin 0,0 gab es einen Kick Off für die junge Zielgruppe, aber auch Heineken alkoholfrei und Gösser alkoholfrei gehen im Absatz steil nach oben.
Bei den „Ready to drink“-Marken wie Stibitzer haben sich die Produktentwickler auch einiges einfallen lassen und setzen aufdie Innovationen Spritzer, sowie neu im kommenden jahr Aperitivo Spritz, Sommer Wein Mix und Wild Berry Spritz.
Nicht zuletzt ist auch Biostoff nicht nur aufgrund von Organic, sondern auch wegen der ganzen Aufmachung bei jungen Konsumenten beliebt.

Gebinde – ein wesentlicher Faktor

Dass Gebinde einen großen Anteil am Kaufakt haben, zeigt alleine der Rückgang der Dose im letzten Jahr. Dem gegenüber steht die 0,33-l-Mehrweg-Glasflasche (Vichy-Flasche), die 2025 zugelegt hat. 2026 kommen Gösser Märzen und Gösser Naturradler in die kleine Schwester der 0,5-L-MW-Glasflasche. Gösser und Zipfer erlebten in den letzten Monaten auch einen neuen Auftritt, der den Marken gut getan hat.

Qualität ist bei Bier sehr wichtig

Auf die Qualität hat die Brau Union natürlich nicht vergessen, sie ist eine Selbstverständlichkeit im Unternehmen. Das zeigen auch zahlreiche Auszeichnungen, wie etwa jene an Heineken. Die Gründerfamilie Heineken–de Carvalho und CEO Dolf van den Brink zeichneten die Brau Union Österreich mit gleich zwei von fünf vergebenen Awards aus: Die höchste Auszeichnung, der „Heineken Quality Award“, bewertet Qualitätsaspekte von der Frische des Produkts über die Verpackungsqualität bis hin zur allgemeinen Bierqualität. Damit gelang auch eine signifikante Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr – was der Brau Union Österreich zusätzlich den „Heineken Most Improved Quality Award“ einbrachte. 
Aber auch die Brau Union – Standorte sind immer wieder im Zentrum von nachhaltigen Auszeichnungen in Österreich und international.

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geschrieben am

19.03.2026