Blick über die Grenze: Aldi Süd nutzt Parkflächen
Parkraum ist in vielen Städten knapp, gleichzeitig bleiben Stellflächen von Handelsstandorten außerhalb der Öffnungszeiten ungenutzt. Aldi Süd und das Münchner Technologieunternehmen Wemolo wollen dieses Potenzial in München besser ausschöpfen. Seit dem 23. Juli 2026 können Anwohner an sechs ausgewählten Aldi-Süd-Standorten bestehende Stellplätze abends, nachts und sonntags nutzen.
Die Standorte befinden sich in Berg am Laim, Trudering, Neuperlach, Feldmoching-Hasenbergl, Hadern und Freimann. Insgesamt stehen 81 Stellplätze zur Verfügung. Die Tarife reichen von fünf Euro pro Nacht bis zu 50 Euro pro Monat. Mit dem Pilotprojekt wollen die Partner prüfen, wie stark das Angebot angenommen wird und ob eine Ausweitung auf weitere Standorte sinnvoll ist.
Digitale Buchung ohne Schranken
Tagsüber bleiben die Parkplätze den Kunden vorbehalten. Montags bis samstags können Anwohner die Stellflächen von 18.30 bis 8.30 Uhr buchen, sonntags stehen sie ganztägig zur Verfügung. Die Reservierung erfolgt über eine Web-App oder per QR-Code an den Filialen. Eine zusätzliche App-Installation ist nicht erforderlich. Technische Grundlage ist die schrankenlose Kennzeichenerkennung von Wemolo. Nutzer hinterlegen bei der Buchung ihr Fahrzeugkennzeichen. Das System überprüft automatisch, ob das Fahrzeug im gebuchten Zeitraum parkberechtigt ist. Erinnerungen per E-Mail und Web-App weisen auf das Ende der Buchung hin; anschließend kann der Zeitraum verlängert oder neu gebucht werden.
Bestehende Flächen effizienter nutzen
Das Modell setzt auf eine zeitlich versetzte Mehrfachnutzung vorhandener Handelsflächen. Neue Parkplätze müssen weder gebaut noch zusätzliche Flächen versiegelt werden. Gleichzeitig entsteht für Anwohner eine vergleichsweise günstige Alternative zu privaten Stellplätzen, deren monatliche Mieten in zentraleren Münchner Lagen häufig deutlich höher liegen. „Mit dem Angebot Feierabend-Parken leisten unsere Aldi-Süd-Filialen nun auch in München einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssituation“, sagt Greta Petersen, Director Real Estate bei Aldi Süd. An den sechs Standorten könne der öffentliche Raum entlastet und der lokale Parkdruck reduziert werden, ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.
Das Angebot ist Teil eines bereits an anderen Standorten erprobten Konzepts. Nach Projekten in Krefeld, Augsburg sowie im Allgäu und Oberland wird es nun auch im Münchner Heimatmarkt von Wemolo eingesetzt. Der Pilot zeigt, wie Handelsunternehmen ihre Immobilien außerhalb der Kernnutzungszeiten für zusätzliche Angebote öffnen und damit vorhandene Flächen wirtschaftlicher nutzen können.