Lenzing: Strategie zu biobasiertem Material
Die Lenzing Gruppe hat in Brüssel ein hochrangig besetztes Roundtable‑Gespräch ausgerichtet, um die Rolle biobasierter Materialien für Europas wirtschaftliche Sicherheit und den Übergang in eine fossilfreie Zukunft zu diskutieren. Mitorganisiert mit Euractiv, versammelte das Format Vertreter:innen der EU-Kommission, der britischen EU‑Mission, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Industrie. Im Fokus stand das Potenzial cellulosischer Fasern als vollständig biobasierte, biologisch abbaubare Alternative in Vliesstoffanwendungen wie Feuchttüchern. Zwar verfügt Europa über eine industrielle Basis für Skalierung, doch bremsen regulatorische Unsicherheiten und Kosten-Asymmetrien die Wettbewerbsfähigkeit. Klare politische Signale – etwa im Rahmen einer möglichen Aktualisierung der Single‑Use‑Plastics‑Richtlinie – wurden als Schlüssel für Investitionen und Markthochlauf genannt.
„Biobasierte Materialien sind keine Zukunftsvision, sondern heute skalierbare Realität“, betonte Lenzing‑Vorstand Georg Kasperkovitz. Als integrierter Hersteller cellulosischer Fasern mit Standorten in Österreich, Tschechien und dem Vereinigten Königreich verankere Lenzing industrielle Resilienz in Europa und beschleunige den Ausstieg aus fossilbasierten, synthetischen Fasern. Die Spezialfasern auf Basis erneuerbaren Holzes verursachen geringere Treibhausgasemissionen als generische Konkurrenzprodukte, sind zertifiziert biologisch abbaubar und kompostierbar; die Klimaziele des Unternehmens sind SBTi‑validiert und am 1,5‑Grad‑Pfad ausgerichtet.
Patricia A. Sargeant, Executive Vice President Nonwovens Commercial der Lenzing Gruppe, unterstrich die Bedeutung europäischer Produktionskapazitäten für Lieferkettenresilienz und strategische Autonomie. Zellulosefasern seien zentral für Einwegprodukte in Hygiene, Medizin, Textil- und Industrieanwendungen – und damit ein Hebel, Produkte so umzugestalten, dass sie biologisch abbaubare Materialien enthalten und Anforderungen rund um SUPD und Mikroplastik adressieren. Lenzing will diesen Wandel durch Klimaführerschaft, Innovation und europäische Fertigung gemeinsam mit Politik und Industrie vorantreiben.